Bewegungspass Hessen

Herzlich Willkommen

Mit dem Projekt „Bewegungspass Hessen“ wird ein erfolgreiches Konzept zur spielerischen Bewegungsförderung aus Baden-Württemberg erstmals landesweit in Hessen eingeführt.

Ziel ist es, Bewegung nachhaltig und alltagsnah in Kitas und Kindertagespflege zu verankern.

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Zielsetzung

Der Bewegungspass Hessen ist ein Quali­fizierungs­programm zur alltags­inte­grierten Bewegungs­förderung in Kitas und Kinder­tages­pflege.

Hintergrund

Kinder haben einen natürlichen Bewegungs­drang und entdecken ihre Umwelt aktiv über Bewegung.

Projekt­bau­steine

Der Bewegungspass Hessen hält zahlreiche Maßnahmen und Angebote bereit.

Die Übungen des Bewegungspasses in einer Kita
Die Übungen des Bewegungspasses Schritt für Schritt erklärt: Zu den Übungen

Zielsetzung

Mehr Bewegung im Kita-Alltag

Der Bewegungspass Hessen ist ein Qualifizierungsprogramm zur alltagsintegrierten Bewegungsförderung in Kitas und Kindertagespflege. Er kombiniert Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen mit einem umfassenden Medien- und Materialpaket, das die praktische Umsetzung im Alltag unterstützt.

Pädagogische Fachkräfte werden befähigt, Bewegungsförderung spielerisch und systematisch in ihre tägliche Arbeit mit den Kindern zu integrieren – orientiert am Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP). Dabei erhalten sie Materialien, Methoden und konkrete Umsetzungshilfen, um Bewegung nachhaltig und alltagsnah in ihren Kitas und Kindertagespflege zu verankern.

Die Kindertagesbetreuung stellt dabei einen besonders geeigneten Lern- und Lebensort dar. Kinder zwischen zwei und sieben Jahren befinden sich in einer zentralen Phase der körperlichen, motorischen und psychosozialen Entwicklung, in der Bewegungs- und Lernerfahrungen nachhaltig geprägt werden. In Kita und Kindertagespflege treffen sich Kinder mit ganz unterschiedlichen Lebenslagen und Entwicklungsständen. Alltagsintegrierte Bewegungsförderung kann hier einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und zur ganzheitlichen Entwicklung aller Kinder leisten.

Der Bewegungspass zielt dabei auf:

  • den Erhalt und Förderung von Bewegungsfreude bei Kindern
  • die Stärkung grundlegender motorischer Fertigkeiten
  • die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte
  • die Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit
  • die nachhaltige Verankerung von Bewegung in Bildungsorten
  • die niedrigschwellige Umsetzung in der Kindertagesbetreuung, u.a. durch unterstützende Materialien

Die Umsetzung wird fachlich begleitet sowie durch Evaluation und Qualitätssicherung kontinuierlich weiterentwickelt.

Projekt­bau­steine

Projektinhalte im Überblick

Der Bewegungspass Hessen wird als landesweites, kostenfreies Qualifizierungsprogramm umgesetzt. Es verbindet die Qualifizierung von Kursleitungen mit der anschließenden Durchführung von Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen. Ergänzend steht ein umfassendes Material- und Medienpaket zur Verfügung, das die Umsetzung in den Kitas und Kindertagespflege unterstützt und den Bewegungspass im pädagogischen Alltag verankert.

Der Bewegungspass Hessen wird als landesweites, kostenfreies Qualifizierungsprogramm umgesetzt. Es verbindet die Qualifizierung von Kursleitungen mit der anschließenden Durchführung von Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen. Ergänzend steht ein umfassendes Material- und Medienpaket zur Verfügung, das die Umsetzung in den Kitas und Kindertagespflege unterstützt und den Bewegungspass im pädagogischen Alltag verankert.

Fortbildungen für Kursleitungen

Die Qualifizierung der Kursleitungen befähigt ausgewählte Personen aus dem pädagogischen, sport- oder bildungsbezogenen Bereich zur eigenständigen Durchführung von Bewegungspass-Fortbildungen in ihren Regionen. Das Blended-Learning-Format kombiniert Online-Module rund um den Bewegungspass mit einem Online-Fortbildungstag zum Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (BEP) sowie einem anschließenden praxisorientierten Präsenztag.

Im Mittelpunkt stehen die fachlichen Grundlagen des Bewegungspasses, die praktische Anwendung der Materialien sowie die didaktisch-methodische Vermittlung von Bewegungsförderung. Nach erfolgreicher Qualifizierung sind die Kursleitungen befähigt, Fortbildungen zur Einführung des Bewegungspasses für pädagogische Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen mit Bezug zum BEP durchzuführen. Diese wiederum setzen den Bewegungspass anschließend in der Kindertagesbetreuung um.

Hier geht es zu den Fortbildungsterminen

Fortbildungen für Kitas und Kindertagespflege

Die Fortbildungen richten sich an pädagogische Fachkräfte sowie an Kindertagespflegepersonen. Sie werden von den qualifizierten Kursleitungen regional angeboten und vermitteln alle Grundlagen für die praktische Umsetzung des Bewegungspasses in der Kindertagesbetreuung.

Die Teilnahme an der Fortbildung ist kostenfrei. Zudem handelt es sich um ein kompaktes eintägiges Präsenzformat, wodurch der zeitliche Aufwand für Kitas und Kindertagespflege gering gehalten wird.

Im Mittelpunkt der Fortbildungen stehen die alltagsintegrierte, spielerische Bewegungsförderung, die Anwendung der Materialien sowie zahlreiche praxisnahe Bewegungsanregungen für Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahren. Ziel ist es, Bewegungsförderung nachhaltig im pädagogischen Alltag zu verankern und Kinder langfristig für Bewegung zu begeistern.

Hier geht es zu den Fortbildungsterminen

Die Materialien bilden das Herzstück des Bewegungspasses und unterstützen Kinder, pädagogische Fachkräfte sowie Kindertagespflegepersonen dabei, Bewegungsförderung spielerisch und alltagsnah umzusetzen. Jede teilnehmende Kita und Kindertagespflege erhält nach erfolgreicher Teilnahme an einer Fortbildung ein umfassendes Materialpaket zur direkten Nutzung in der Praxis.

Im Mittelpunkt steht der Bewegungspass, den jedes teilnehmende Kind erhält. Der Bewegungspass wird jedem Kind persönlich ausgehändigt, im Betreuungsalltag genutzt und begleitet die Kinder im Alltag auch über die Kindertagesbetreuung hinaus. So kann er mit nach Hause genommen werden und ermöglicht, dass Bewegungsanlässe auch im familiären Umfeld aufgegriffen und weitergeführt werden.

Gemeinsam mit dem Löwen „Löwi“ und seinen acht Tierfreunden entdecken die Kinder 32 grundlegende Bewegungsfertigkeiten. Jedes Tier steht dabei für eine bestimmte Bewegungsform, die in vier aufeinander aufbauenden Schwierigkeitsstufen gelernt werden kann. Dazu gehören beispielsweise Fähigkeiten wie Balancieren, Springen, Werfen oder Klettern.

Für jede erfolgreich absolvierte Übung erhalten die Kinder einen Löwenaufkleber für ihren Bewegungspass. Die Sticker werden von den pädagogischen Fachkräften bzw. Kindertagespflegepersonen vergeben und machen die Fortschritte der Kinder sichtbar. So entsteht ein motivierendes Sammelsystem, das die Freude an Bewegung fördert und Erfolgserlebnisse schafft. Wer mindestens 32 Aufkleber gesammelt hat, erhält eine Löwen-Urkunde.

Ergänzt wird der Bewegungspass durch eine Spielesammlung, die zahlreiche praxisnahe Spielvariationen enthält. Die Spiele sind den jeweiligen Tieren und Schwierigkeitsstufen zugeordnet und unterstützen Fachkräfte dabei, die einzelnen Bewegungsfertigkeiten gezielt und gleichzeitig spielerisch im Alltag zu fördern.

Zusätzlich erhalten die Kitas und Kindertagespflegen Bewegungstaschen mit Materialien zur Umsetzung der Übungen sowie weitere Begleitmaterialien für die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort.

Gemeinsam bilden Bewegungspass, Sticker, Spielesammlung und Bewegungstaschen ein aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem, das Kinder spielerisch an Bewegung heranführt und sie dabei unterstützt, wichtige motorische Grundlagen für ihre weitere Entwicklung zu erwerben. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Freude an Bewegung – denn Bewegung soll Spaß machen und zum Weitermachen anregen.

Ab 2027 finden jährlich drei Bewegungspass-Regionalforen (Nord, Mitte und Süd) in Hessen statt. Eingeladen sind teilnehmende Kitas und Kindertagespflege sowie weitere interessierte Kitas und Kindertagespflege, Träger und kommunale Akteure. Die Foren dienen der Vernetzung, dem fachlichen Austausch und der weiteren Verbreitung des Bewegungspasses.

Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Workshops zur Umsetzung des Bewegungspasses im pädagogischen Alltag sowie zur Anwendung der Materialien. Darüber hinaus werden Erfahrungen aus der Praxis, der aktuelle Umsetzungsstand des Projekts (z. B. Reichweite und Entwicklungsstand) sowie erste Erkenntnisse aus der Begleitung und Evaluation vorgestellt und gemeinsam eingeordnet.

Hier geht es zu den Fortbildungsterminen

Hintergrund

Bewegung macht Entwicklung möglich

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und entdecken ihre Umwelt aktiv über Bewegung. Bewegung macht Freude und ist ein zentraler Bestandteil kindlicher Entwicklung – sie fördert Motorik, Wahrnehmung, soziale Kompetenzen und kognitive Fähigkeiten auf vielfältige Weise.1

Aktuelle Studien zeigen, dass sich viele Kinder bereits im frühen Kindesalter zu wenig bewegen und motorische Auffälligkeiten zunehmen. Laut der Motorik-Modul-Studie (MoMo) erreichen nur rund 46 % der 4- bis 5-jährigen Kinder die von der WHO empfohlene tägliche Bewegungszeit von 180 Minuten.2 Frühkindliche Bewegung ist eine zentrale Grundlage für die motorische, soziale und kognitive Entwicklung.

Gleichzeitig zeigen sich bereits im frühen Kindesalter soziale Unterschiede im Bewegungsverhalten. Kinder aus sozial benachteiligten Lebenslagen weisen häufiger Unterschiede in körperlicher Aktivität, motorischer Entwicklung und gesundheitlicher Belastung auf. Dadurch können sich Entwicklungs- und Gesundheitschancen ungleich verteilen.3

Pädagogische Fachkräfte spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie gestalten die Lebenswelten von Kindern und schaffen im frühkindlichen Alltag vielfältige Bewegungsanlässe. Gerade in den ersten Lebensjahren besteht ein besonders sensibles Zeitfenster für die motorische Entwicklung, in dem grundlegende Bewegungsfähigkeiten und -erfahrungen geprägt werden. Die frühe Kindertagesbetreuung ist daher ein zentraler Ort, um allen Kindern einen niedrigschwelligen Zugang zu Bewegung zu ermöglichen.

Der Bewegungspass Hessen knüpft hier an und ist in die Gesamtstrategie vom Landesprogramm SPORTLAND HESSEN bewegt eingebettet. Er unterstützt Fachkräfte sowie Kindertagespflegepersonen durch eine praxisnahe Qualifizierung dabei, Bewegung spielerisch, alltagsintegriert und inklusiv in den Betreuungsalltag zu verankern – mit dem Ziel einer Bewegungsförderung, die alle Kinder erreicht und in ihrer Entwicklung stärkt.


Quellen:

1 Hunger, Ina und Zimmer, Renate (2024): Wie Bewegung die Entwicklung, das Lernen und die Bildung von Kindern beeinflusst. Bundeszentrale für politische Bildung.

2 Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Robert Koch-Institut (RKI) (2022): Motorische Leistungsfähigkeit und körperlich-sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Ergebnisse des Motorik-Moduls (MoMo).

3 Hunger, Ina (2022): Bewegung im Kontext frühkindlicher Bildung und Gesundheitsförderung. Eine Expertise der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). München: Deutsches Jugendinstitut, 45 S. (WiFF Expertisen; 54).

Gefördert durch

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